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Richtiges Atmen

Richtiges Atmen schenkt Ihnen neue Lebenskraft und Widerstandsfähigkeit

Sie atmen, ohne nachzudenken. Etwa 18-mal in der Minute, 1.080-mal in der Stunde, rund 26.000 Atemzüge tun Sie an einem Tag. Aber haben Sie schon einmal wirklich über Ihren Atem nachgedacht? Wahrscheinlich nicht, deshalb nehmen Sie sich erst einmal Zeit für folgende Fragen:

Atmen Sie überwiegend in die Brust?
Atmen Sie flach und schnell?
Werden Sie rasch müde?
Wachen Sie morgens oft müde auf?
Haben Sie manchmal das Gefühl, nicht richtig Luft zu bekommen?
Geraten Sie schnell außer Atem?
Atmen Sie öfter als 15-mal in der Minute, wenn Sie sich in Ruhe befinden?

Wenn Sie mehr als eine Frage mit "Ja" beantwortet haben, ist es Zeit, Ihrem Atem mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Die meisten Menschen atmen falsch. Sie verschieben verbrauchte Luft quasi nur zwischen den Atemwegen hin und her, statt Lungen und Blutkreislauf mit neuem Sauerstoff zu versorgen. Dadurch werden Organe und Gewebe nur ungenügend mit Sauerstoff versorgt. Das beeinträchtigt den Zellstoffwechsel und das Immunsystem. Die Folgen sind Krankheitsanfälligkeit und eine negative Beeinträchtigung des Lebensgefühls. Unwohlsein, Müdigkeit, Kraft- und Lustlosigkeit können ursächlich für schleichenden Luftmangel, Atemlosigkeit und schlechte Atemgewohnheiten sein.

Befreien Sie Ihren Atem – das steigert Ihre Lebenslust
Der Atem ist eine Ihrer wichtigsten Kraftquellen. Wer richtig atmet, ist den Herausforderungen des Alltags besser gewachsen, beugt Krank-heiten vor, fühlt sich lebendiger und seelisch stabiler. Das passiert beim Atmen: Sie nehmen beim Einatmen Sauerstoff in die Lungen auf und geben beim Ausatmen Kohlendioxid ab. Von den Lungen gelangt der Sauerstoff in den ganzen Körper. Das Blut transportiert ihn in jede noch so entfernte Zelle des Körpers. Das verbrauchte Blut wird wieder zur Lunge zurückbefördert, dort wird Kohlendioxid abgegeben und wieder frischer Sauerstoff aufgenommen.

Sind Sie gut mit Sauerstoff versorgt, zirkuliert Ihr Blut besser in den Adern, Körperzellen und Kreislauf werden gestärkt. Bei jedem tiefen Atemzug schwingt die "Abdeckplane" zwischen den Rippen und der Lendenwirbelsäule – das Zwerchfell – mit. Dadurch werden die Orga-ne im Bauchraum sanft massiert und die Verdauung angeregt. Richtiges Atmen verleiht Ihrer Haut Spannkraft und Klarheit. Das Gehirn wird bei richtiger Atmung besser durchblutet und leistungsfähiger.

Ihre Atmung ist die Brücke zwischen Außenwelt und Innenwelt
Deswegen ist es wichtig, dass Sie lernen, Ihren Atem zu befreien und bis in den Bauchraum fließen zu lassen. Das funktioniert, weil der Atem eine Körperfunktion ist, die sowohl automatisch als auch von Ihnen kontrolliert ablaufen kann. So ist er eine Brücke zwischen den bewussten und unbewussten Funktionen des Körpers sowie zu Ihren tieferen Gefühlen. Der Atem sagt womöglich mehr über Ihre Gefühle aus, als Sie sich vielleicht zugestehen wollen, deshalb stehen Atem-übungen auch bei den meisten Selbstbesinnungsmethoden, bei Yoga und Qi Gong oder Gesangsunterricht im Mittelpunkt. Die richtige Atmung ist die Grundlage für eine harmonische Beziehung zwischen Geist, Seele und Körper. Dass wir "irgendwie" darum wissen, spiegelt sich in unseren Redewendungen wieder. Wir·
halten vor Schreck die Luft an,
atmen auf vor Erleichterung,
hecheln von Termin zu Termin,
müssen erst mal tief Luft holen,
sind total aus der Puste,
leben völlig atemlos.

So geht's: Spüren Sie den Wellen Ihres Atems nach
Das bewusste Erleben des Atmens sorgt nicht nur für eine bessere "Belüftung" Ihres Körpers, sondern auch für eine offenere Haltung dem Leben und den Gefühlen gegenüber. Probieren Sie es einfach abends aus, wenn Sie im Bett liegen: Legen Sie sich auf den Rücken, atmen Sie tief ein und aus, legen Sie die Hände flach auf den Bauch und spüren Sie, wie sich Ihre Bauchdecke langsam senkt und hebt. Denken Sie dabei an sanfte Wellen am Strand, die kommen und ge-hen. So lassen Sie auch Ihren Atem kommen und gehen – überlassen Sie sich Ihrem eigenen Rhythmus. Vertrauen Sie auf Ihren Atem. Das Ausatmen ist ganz besonders wichtig, denn es schafft Platz für frische Luft. Der Reflex zum Atemholen lässt Sie nicht im Stich. Nach einer Weile kommt er automatisch. Dabei dürfen Sie ruhig auch einschlafen.

Besonders deutlich spüren Sie Ihre Atmung, wenn Sie unter Stress stehen. Sie ist dann meist flach, ängstlich und hektisch. Zwerchfell und Bauchmuskulatur verkrampfen sich, das Lungenvolumen wird kleiner, der Atem fliegt und wirkt "gepresst". Die frische Luft gelangt gar nicht erst in den Bauchraum. Wer immer mit dieser flachen Brustatmung atmet, neigt auch langfristig zu Verspannungen und Verkrampfungen – vor allem im Schulter-Nacken-Bereich. Der Herzschlag wird in die Höhe getrieben, der Stress verstärkt sich. Wenn Sie spüren, dass sich Ihr Atem verengt, versuchen Sie bewusst "durchzuatmen", atmen Sie mindestens dreimal tief ein und richtig kräftig aus. Lassen Sie den Mund dabei betont weich. Wenn Sie Ihren Atem so wahrnehmen, spüren Sie schneller, wie belastend etwas für Sie ist. An Ihrer Atmung merken Sie, ob eine Situation Ihnen über den Kopf zu wachsen droht.

Lernen Sie, Ihren Atem gezielt fließen zu lassen
Atemübungen helfen Ihnen, Ihre Energie bewusst zirkulieren zu las-sen und unerwünschte Blockaden im Körper aufzulösen. Damit kön-nen Sie direkt auf Ihre Stimmung einwirken und Ihre Lebensfreude wecken. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen und Ihrer Gesund-heit das noch nicht ausreicht, sollten Sie eine professionelle Atemthe-rapie in Betracht ziehen. Sie wird empfohlen bei allen Atemfunktionsstörungen, Erschöpfungszuständen, Angst- und Panikzuständen, Depressionen, extremen Stimmungsschwankungen, starken Verspannungen und Verkrampfungen. Eine solche Therapie umfasst zehn bis 20 Stunden. Sie wird von ausgebildeten Atemtherapeuten vorge-nommen.
In der Schweiz übernimmt meistens die zusätzliche Alternativversicherung der Krankenkasse einen Teil der Kosten. Nach Erkrankungen wie Schlaganfällen, Kehlkopfleiden und Operationen im Rachen-Lungen-Bereich gehört die Atemtherapie kombiniert mit anderen Heilverfahren fast immer zum Standardprogramm. Dann werden auch die Kosten von den Krankenkassen übernommen.

Für Sie gelesen bei „Täglich Gesund“ dem Gratis-Internetdienst
des: FID Verlag GmbH (Fachverlag für Gesundheitswissen), Koblenzer Straße 99; 53177 Bonn;
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